PAUSEN im selbstbestimmten Studium

TEXT: Tomas Langhorst (10/2016)

Wenn wir selbst etwas schaffen, aus uns heraus, das es noch nicht gibt, haben wir keine ausgetretenen Pfade denen wir auch dann folgen können, wenn unser eigenes Navigationssystem mal eine Pause braucht.

Selbstbestimmt Studieren heißt ja: den eigenen Weg gehen – und der ist ein Unikat. Er folgt entweder gar nicht oder nicht durchgehend fremden Vorgaben. Im selbstbestimmten Studium sind wir m. E. mindestens ein Stück weit selbst SchöpferInnen unseres Tuns.

Wir schaffen aus uns selbst heraus – und sind deshalb m. E. verbunden mit unseren eigenen Schaffens-Rhythmen. Wir können uns da meiner Ansicht nach mindestens nicht druchgehend an Rhythmen Anderer „anhängen“, falls uns selbst mal der „Antrieb“ fehlt.

Also gibt uns für unsere Arbeit an unserem selbstbestimmten Studium m. E. unser Inneres den Rhythmus vor. Der mag anders aussehen, als der einer weitgehend berechenbaren Maschine.

Vielleicht mag diese zeitweise Unberechenbarkeit ja gerade auch einen guten Anteil an der Qualität unseres Tuns haben: Wir müssen uns immer wieder neu ausrichten, immer wieder neu mit unserem Inneren verbinden.

Das stellt sicher, dass unsere Arbeit auch immer eine ist, die mit unserem Inneren verbunden bleibt. Das ist dann schon ein besonderes Qualitätskriterium, finde ich. Und es ist eines, das einige im UniEXperiment Studierende von sich selbst fordern. Um es zu erfüllen, müssen wir unserem Unbewussten, unseren inneren Rhythmen wenigstens teilweise auch vertrauen (lernen).

Unser Inneres weiß m. E. manchmal besser, was zu tun ist und was nicht zu tun ist – und wann – noch bevor wir es manchmal wissen und verstehen. Schöpferisch sein kann man m. E. nur, wenn die Quellen des Unbewussten am Entstehungsprozess beteiligt sind. ‚Unbewusst‘ heißt ja: wir können sie nicht vollständig überblicken, einschätzen, berechnen, erkennen. Also sind diese Kräfte auch nicht immer geplant einsetzbar.

Ich übe mich momentan darin während Pausen, die ich nicht geplant habe und die auch nicht in meinen Plan passen, sie bewusst als absolut notwendige Voraussetzung für weiteres Schaffen zu begreifen. 😉
Das fällt mir nicht immer leicht. 🙂

Alles Andere empfinde ich als mich selbst unter Druck setzen, aus der tief eingeprägten Überzeugung heraus, dass eigentlich immer auch „Druck“ notwendig ist, um etwas zu schaffen. Also „drücke“ ich dann mit Selbstvorwürfen und dunklen Prophezeiungen, wenn ich scheinbar (!) mal nix „schaffe“. Diese mit „freundlicher“ Unterstützung weiter Teile unserer Gesellschaft tief eingeprägte Überzeugung ist aber falsch.

Kreativität gibt es unter Druck, ja. Aber wenn der Druck mal nix hilft, dann ist vielleicht Ent-spannung dran, so schwer die angesichts scheinbar objektiver Notwendigkeiten auch fallen mag.

Wenn mein Unbewusstes an der Taktgebung beteiligt ist, dann muss ich halt manchmal auch auf es hören, selbst wenn mir sein Takt „spanisch“ vorkommen mag. 😉

Liebe Grüße

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