Schultpia ! Mach‘ Schule zu Deinem Ding ! – auf dem Corso Leopold am 10./11.9.2016 in München

Konzept für den Themenschwerpunkt ‚Schultopia‘ auf 600 m² des Münchener Straßenfestes ‚Corso Leopold‘ am 10./11.9.2016

Gemeinsamer Ansatz
und individuelle Beiträge
der 11 beteiligten Münchener BildungsInitiativen:

+ Münchener Schülerbüro,
+ Münchener StadtSchülerInnenVertretung (SSV),
+ AG ´Offene BildungsRäume für Münchener Schulen´ der SSV,
+ bay. LandesSchülerInnenVereinigung,
+ Schule im Aufbruch – RegionalGruppe München,
+ Demokratische Schule München – GründungsInitiative,
+ Freies UniEXperiment München,
+Familienbaum München,
+ MalOrt München-Glockenbach,
+ MovieJam Studios München,
+ LückenFülle

Schultopia ! Mach ‚ Schule zu Deinem Ding ! auf dem Corso Leopold

+ sucht den Dialog
+ mit der Münchener Stadtgesellschaft
+ zum Thema Schulgestaltung.

Der Programmschwerpunkt auf den Bühnen liegt bei Beiträgen, die entweder ganz von Münchener SchülerInnen gestaltet werden, oder von ihnen mitgestaltet werden.

Wesentliches Anliegen
aller 11 Münchener BildungsInitiativen auf dem Schultopia ! - Platz
der SchülerInnenn auf dem Corso ist es, dass den
Bedürfnissen,
Interessen,
Wünschen und
Träumen
von SchülerInnen
im Schulalltag mehr Raum und Aufmerksamkeit gegeben wird,
und SchülerInnen mehr Gelegenheiten bekommen,
den Schulalltag (auch verantwortlich)
mitzugestalten,
als bisher.

Außerdem vertreten die 11 Initiativen ein Bildungsverständnis, das der Selbstbestimmung im Entwicklungsprozess von Kindern und Jugendlichen, und damit wesentlich auch in ihrem Bildungsprozess große Bedeutung beimisst.

Sie erachten Selbstbestimmung als ein so wesentliches Lernfeld gerade auch in einer demokratisch verfassten Gesellschaft wie der unsrigen, dass ihrer Ansicht nach gerade auch die Schule als öffentlicher Ort ein Platz sein sollte, an dem Erfahrungen mit Selbstbestimmung in Gemeinschaft gesammelt werden können – und nicht nur Wissen darüber !

Ein solches Werteverständnis und ein solches Rollenverständnis von Schule ist in der gegenwärtigen öffentlichen Debatte höchst umstritten.

Wir wollen im öffentlichen Raum auf dem Straßenfest ‚Corso Leopold‘ Gelegenheiten schaffen, diese Debatte zu führen – wesentlich mitgestaltet auch von den von ihr hauptsächlich Betroffenen:
Schülerinnen und Schülern – durch Infostände, GesprächsRunden, Reden, DialogInseln, Musik, Theater, Filme und BegegnungsEinladungen, die entweder ganz selbst, oder wesentlich von Münchener SchülerInnen (mit-)gestaltet werden.

In der Schule geht es um Menschen.

Schulgestaltung bedeutet deshalb nach dem Verständnis der 11 Münchener BildungsInitiativen immer zuvorderst: Beziehungsgestaltung.

Wie geht das ? Was kann konstruktive Beziehungsgestaltung in einem stark reglementierten System bedeuten, und wie kann sie gelingen ?

Im Bühnenprogramm und an ihren Ständen werden die Initiativen dazu Ansätze und Erfahrungsberichte vorlegen.

Gleichwürdigkeit beschreibt neben Selbstbestimmung und Beziehungsgestaltung einen dritten der gemeinsamen Schwerpunkt eder 11 Münchener BildungsInitiativen: Wie kann Gleichwürdigkeit (nicht: Gleichberechtigung !) in einer hierarchisch organisierten Gemeinschaft wie der Schule realisiert werden ?

Die 11 Münchener BildungsInitiativen wollen die eben skizzierten Anliegen vertreten, erläutern, lebendig äußern, und zur Diskussion stellen !

Dazu werden gelungene Beispiele verantwortungsvoller, eigenverantwortlich gestalteter und realisierter SchülerInnen-Projekte gezeigt:

Das Münchener Schülerbüro wird z. B. zeigen, wie SchülerInnen in Eigenregie für rd. 300 Teilnehmende den jährlichen 2-tägigen Münchener SchülerInnenKongress ´besser‘ planen, organisieren und realisieren, an dem im letzten Jahr z. B. auch Bildungsstaatssekretär Eisenreich auf dem Podium teilgenommen hat. (ist wg. kurzfristiger Absage entfallen)

Die ArbeitsGruppe „Offene BildungsRäume für Münchener Schulen“ wird von ihren inzwischen zweijährigen Erfahrungen mit einem komplett selbst von SchülerInnen gestaltetem und verantwortetem Freien LernRaum berichten.

Die Münchener StadtSchülerInnenVertretung (SSV) wird darüber informieren, wie SchülerInnen für politische Arbeit in der Öffentlichkeit qualifiziert werden können, und wie sie politische Interessenvertretung für Münchener SchülerInnen versteht und betreibt. Dazu wird vom vielfältigen Qualifizierungs- und Seminarangebot der SSV berichtet werden, und von der täglichen Arbeit einer Interessenvertretung für SchülerInnen unserer Stadt, so z. B. auch von der jährlichen Münchener StadtSchülerInnenKonferenz (SSK) im Gasteig, und von den vielfältigen Kontakten mit Verbänden, Interessengruppen, Bildungs-ExpertInnen und PolitikerInnen von München bis Berlin. (wg. kurzfristiger Absage entfallen)

Die bay. LandesSchülerInnenVereinigung (LSV) wird ihre kontinuierliche Arbeit als bayernweite Interessengemeinschaft für bay. SchülerInnen vorstellen, zu der bspw. auch die 2-jährlich stattfindenden bay. SchülerInnen-Symposien ‚basis‘ gehören. Das bay. Bildungsministerium hat eine auf dem letztjährigen ‚basis‘-Kongress formulierte Forderung 2016 zumindest teilweise realisiert: das SchülerInnen-feedback für Lehramts-ReferendarInnen.

Schultopia‚, das Projekt, das unserem Platz der SchülerInnen auf dem Corso seinen Namen gab, hat in den Osterferien 2016 gezeigt, was dabei herauskommen kann, wenn 60 SchülerInnen sich eine Woche lang eine Schule mieten, um dort Schule so zu realisieren, wie sie sich Schule wünschen: mit Raum für Eigenverantwortung, für neue Lehrkonzepte für selbsbestimmteres Lernen, für Mitgestaltung, Infragestellen, Spiel, Spaß, Freude und für konstruktiven Dialog.

Während dieser Schultopia-Woche wurde auch ein Schultopia-Schulkonzept von den SchülerInnen gemeinsam in einem basisdemokratischen Prozess erarbeitet und beschlossen, das ebenfalls vorgestellt wird, für eine Schule, wie SchülerInnen sich Schule wünschen.

Die Münchener MovieJam Studios, eine Filmproduktionsgruppe 15 jähriger Münchener SchülerInnen hat 2015 und 2016 einen halbstündigen Kinofilm über „Das (Bildungs-)System“ gedreht, der im Matthäser-Kino uraufgeführt wurde, und auf dem Schultopia ! – Platz der SchülerInnen gezeigt werden wird. In ihm wird neben anderen BIldungs-Aktiven auch ein Sprecher des bay. Kultusministeriums zu hören und zu sehen sein.

Auch die Erwachsenen haben zu den Themen Gleichwürdigkeit, Beziehungsorientierung und Selbstbestimmung in Schulen etwas beizutragen:

Die Schule im Aufbruch – RegionalGruppe München wird die neuen aktuellen Ansätze Münchener Realschulen und einiger Münchener Gymnasien thematisieren (‚Lernbüros‘, ’selbstorganisiertes Lernen/SOL‘, ‚eigenverantwortliches Arbeiten/EVA‘, ‚LernInseln‘, ‚Freiarbeit‘, ‚Lernhäuser‘) , die Kindern und Jugendlichen mehr Mitbestimmung in ihrem Lernprozess ermöglichen.

Die RegionalGruppe sieht einige Münchener Schulen hier in Verbindung mit dem Münchener Lernhauskonzept in einer bundesweiten Vorreiterrolle.

Gleichwürdigkeit und Selbstbestimmung und Beziehungsorientierung sind Qualitäten, die auch schon im Vorschul-Alter gelebt und gefördert werden können. Für diese Altersgruppe präsentiert der Familienbaum München Impulse.

Die GründungsInitiative für eine ‚Demokratische Schule‚ in München (DSM) informiert über das radikalste bekannte Schulmodell mit weltweit 70 Schulen: die sog. ‚Sudbury-Schule‘, in der Selbstbestimmung, Gleichwürdigkeit und Beziehungsfokus maximal realisiert werden.

In einer Sudbury-Schule treffen alle Schulgemeinschaftsmitglieder gemeinsam in der ‚Schulversammlung‘ z. B. auch finanzielle Entscheidungen – ab dem 5. Lebensjahr ! Jedes Schulgemeinschafts-Mitglied hat eine Stimme. Damit sind die Mehrheitsverhältnisse zwischen SchülerInnen und LernbegleiterInnen klar. Die in der Schule geltenden Regeln gibt sich die Schulgemeinschaft in der Schulversammlung selbst. Ein ‚Justizkommitee‘, das von SchülerInnen geleitet wird, sanktioniert Regelverstöße oder überweist gravierendere zum Entscheid in die Schulversammlung. Es gibt keine Klassen, und keinen Unterricht, außer sie werden beschlossen. Kinder und Jugendliche entscheiden selbst was, wann, wie und mit wem sie lernen wollen. Eine solche Schule fordert ungewöhnliche Kompetenzen von Eltern und LernbegleiterInnen. Auch sie werden beleuchtet, und es wird von Erfahrungen aus der Sudbury-Schule Ammersee berichtet.

Das Freie UniEXperiment München thematisiert alle Facetten selbstbestimmten Lernens und Studierens an seinem Infostand in persönlichen Gesprächen mit selbstbestimmt Studierenden und am selbstbestimmten Lernen Interessierten. Im Freien UniEXperiment wird seit 2 Jahren in München an selbstbestimmten Lern- und Studienformen geforscht, und sie werden dort in der Praxis erprobt und evaluiert.

LückenFülle will StadtRaum zu öffentlichen BegegnungsOrten machen: Wie funktioniert das ? Funktioniert das ? Lückenfülle gab darauf von Juli bis September 2016 auf einem Baugrundstück in Zwischennutzung in der Rottmannstraße beim Stieglmaierplatz Antworten, und gibt sie durch die temporär-bauliche Gestaltung der 600 m² Schultopia ! auf dem Corso Leopold erneut.

MalOrt München-Glockenbach: Kann es einen bewertungs-freien MalRaum für Kinder, Jungendliche und Erwachsene geben ? Wenn ja: werden „allgemein menschliche“ Entwicklungsthemen in ihm sichtbar, wenn Mensch einfach so drauflosmalen darf, wonach ihm/ihr gerade ist ? Und: Kann ‚bewertungsfreies‘ Malen die Persönlichkeitsentwicklung fördern ? Der MalOrt München-Glockenbach meint: Ja ! – und erläutert wie und warum.

Selbstbestimmung, Lern- und Verantwortungsfreude, Beziehungsfokus und Gleichwürdigkeit werden als Bildungsinhalte auf Schultopia ! auf dem Corso Leopold vorgestellt und diskutiert.
Dazu laden wir alle Interessierten herzlich ein – auch und gerade in persönlichen Gesprächen, gerne auch mit Mikrofon in konstruktiv moderierten GesprächsRunden auf unserer Sprechbühne.

Selbstbestimmung, Lern- und Verantwortungsfreude, Beziehungsfokus und Gleichwürdigkeit spielen auch in den Filmen, die wir zeigen die Hauptrolle: ‚Alphabet‘, ‚being and becoming‘, ‚Freistunde‘, und ‚Das (Bildungs-)system‘ (von 15 jährigen Münchener SchülerInnen gedreht und produziert). Auch zu diesen Themen wird die Abiturientin Tara Meister ihr Bühnenstück „The box provided“ aufführen.

‚Schultopia ! Mach‘ Schule zu Deinem Ding ! auf dem Corso Leopold am 10./11.9.2016 auf der Leopoldstraße auf Höhe der Ainmillerstraße !

Text: Tomas Langhorst, Mit-Koordinator der 11 BildungsInitiativen für den Corso, Studierender im Freien UniEXperiment, und Mitglied der RegionalGruppe München v. Schule im Aufbruch; weitere Infos:
Schule-im-Aufbruch.RegionalGruppe.Muenchen(at)posteo.de