1a) Was ist Bildung ?

(Text v. T. Langhorst)

I. In „Räumen für freies, selbstbestimmtes Lernen“ stellt sich mir die Frage:

Was ist Bildung ?“

Mit meiner Studienfrage 1

„Wie erschaffe und gestalte ich Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen ?“

sehe ich weitere Fragen verbunden.

Meine Studienfrage 1 nach den Räumen für freies, selbstbestimmtes Lernen wirft für mich zunächst die Frage nach dem Bildungsbegriff auf:
Einmal vorausgesetzt und hier weder weiter beschrieben noch begründet, „freies, selbstbestimmtes“ Lernen sei sinnvoll, stellt sich mir die Frage, was denn wohl „frei und selbstbestimmt“ gelernt werden soll ?
Die logische Antwort: NICHTS !

Denn wer frei und selbstbestimmt lernt, der „soll“ ja nunmal nichts lernen, sondern eben selbst bestimmen, was er lernen WILL.

Soll/kann sich dann im selbstbestimmt Lernenden etwas „bilden“, (auch) durch sein selbstbestimmtes Lernen und wenn ja: was ?

Welche Inhalte sollen denn nun „frei und selbstbestimmt“ gelernt werden ?
Eben die, die der Lernende sich frei wählt, werden gelernt, ohne ein „Sollen“ von Außen.

Aus einer so verstandenen „Lernfreiheit“ ergibt sich für mich sofort eine weitere Frage:
Kann diese Form der „Lernfreiheit“ total sein ? Kann Lernfreiheit grenzenlos sein ?

Lernfreiheit und Menschenbild

Während der Annäherung an mögliche Antworten auf diese Frage, stellt sich mir schon die nächste:
Welches Menschenbild liegt einer Lernfreiheit zugrunde, deren Optimum als ein Maximum an Freiheit angesehen wird ? Wenn ich also sage: Am besten finde ich es, wenn die Freiheit und Selbstbestimmung im Lernen möglichst groß sind ! Mit welcher Brille schaue ich dann auf den Menschen ?
Wenn ich dem Menschen möglichst viel Freiheit geben möchte, was für ein Bild vom Menschen habe ich dann ?

Zunächsteinmal behaupte ich damit, dass es sinnvoll ist, einem Menschen möglichst viel (Lern-)Freiheit zu geben.
Doch warum behaupte ich das ?
Warum könnte es sinnvoll sein, einem Menschen möglichst viel (Lern-)Freiheit zu geben ?

Einem Menschen möglichst viel Freiheit zu geben, kann ich nur dann als sinnvoll ansehen, wenn ich Freiheit als eine Qualität ansehe. Doch was, bitteschön, soll an Freiheit wertvoll sein ?

Ist der Mensch etwa ein Wesen, das Freiheit braucht, und falls ja: warum eigentlich ?

Weshalb kann Freiheit als eine Qualität angesehen werden, also auch die oben benannte Lernfreiheit ?
Eine Qualität begünstigt ja immer etwas. Eine Qualität macht etwas möglich, was ohne sie schlechter oder seltener möglich wäre. Eine Qualität beschreibt also einen Wert.

Welchen Wert beschreibt die Forderung nach möglichst großer Freiheit ? Welcher Wert wird in möglichst großer Freiheit gesehen, welche Qualität ?

Gibt es da etwas im Menschen:
eine Richtung vielleicht, eine ´Bestimmung´, eine Vorgabe ?

Freiheit kann ja als Freiheit von etwas gesehen werden, und als Freiheit zu etwas.
Lernfreiheit wäre dann die Freiheit von äußeren Vorgaben und die Freiheit zum Entdecken und Befolgen innerer „Vorgaben“. Diese Art der Freiheit von und zu setzt zweierlei voraus: dass es erstens eine Freiheit von äußeren Vorgaben überhaupt geben kann, und dass zweitens so etwas wie „innere Vorgaben“ überhaupt existieren.

Freies Lernen beinhaltet deswegen die Art der Freiheit des von und zu, weil Lernen ja ein Prozess ist, also eine Bewegung, die irgendwo hinführt. Also „muss“ auch die Freiheit, die mit dem Lernen verbunden ist, irgendwo hinführen. Das ist für mich deshalb von Bedeutung, weil es ja auch Arten der Freiheit geben mag, die nicht notwendigerweise zu etwas führen, sondern auch Selbstzweck sein können. Freiheit des Lernens aber führt zu etwas, weil Lernen als Prozess zu etwas führt.

Ob es nun Freiheit von äußeren Vorgaben überhaupt geben kann, will ich später beleuchten.

Mich interessiert jetzt die Frage, ob so etwas wie „innere Vorgaben“ überhaupt existiert. Oder halt: Mich interessiert zunächst nicht eimal, ob so etwas wie „innere Vorgaben“ existiert, sondern davor interessiert mich noch, welches Menschenbild der Vorstellung zugrundeliegt, es könne vielleicht und eventuell überhaupt so etwas wie „innere Vorgaben“ geben.

Ein „Menschenbild“ ist zugleich immer auch ein „Schöpfungsbild“, also ein Bild, eine Vorstellung, die ich mir von der Schöpfung mache und vom Menschen als einem Teil der Schöpfung.

Wenn ich nun also mal annehme, es könne so etwas wie „innere Vorgaben“ geben, und diese seien weiters probehalber mal angenommen vollständig unabhängig von Außen vorhanden: Ja, woher kommen dann diese „inneren Vorgaben“ ? Wie entstehen sie ? Wenn sie nicht ´von Außen´ hergestellt werden, dann ja wohl von ´Innen´. Aber wie ? Wer oder was stellt hier so genannte „innere Vorgaben“ her ?

Das könnte einmal in einem etwas augenzwinkernd genannten ´kryptischen Akt´ der betreffende Mensch selbst sein. Er könnte   ja selbst derjenige sein, der sich seine „inneren Vorgaben“ selbst erschafft, sie selbst ´herstellt´. Das könnte man als die eine Möglichkeit sehen. Als die zweite Möglichkeit könnte man sehen, dass er diese „inneren Vorgaben“ entweder schon zur Geburt mitbringt, oder dass sie eben in ihm wachsen und gedeihen, sich entwickeln allerdings ohne sein Zutun.

Sowohl die erste als auch die zweite Möglichkeit gehen aber davon aus, dass der Mensch eine ´Bestimmung´ hat, die in ihm selbst liegt. Das ist beiden Möglichkeiten gemein. Denn ob ich selbst meine inneren Vorgaben entwickle oder ob die sich in mir von selbst entwickeln: immer bin allein ich es, der entwickelt, oder in dem sich entwickelt.

Dabei setze ich ´Vorgaben´ mit ´Bestimmung´ gleich, denn immer dient eine `Vorgabe´ einer ´Bestimmung´, sonst ist sie keine oder sie ist sinn-, gehalt-, und kraftlos. Einer ´Vorgabe´ liegt eine ´Bestimmung´ zugrunde, also mindestens eine Richtung und manchmal ein Ziel. Eine Vorgabe behinhaltet also eine bestimmte Gerichtetheit, sonst ist sie keine. Da eine Gerichtetheit aber eine Richtung beinhaltet, beinhaltet eine Richtung auch eine Bestimmung. Denn eine Richtung ist immer eine Entscheidung für eine Richtung und damit gegen andere mögliche Richtungen. Ich ´bestimme´ mit (m)einer Entscheidung für eine Richtung ebendiese Richtung.

Wenn Bestimmung Richtung ist, Richtung Gerichtetheit und  Gerichtetheit eine Vorgabe, dann ist eine Vorgabe zugleich  Bestimmung.

Wenn ich weiters annehme es existierten innere Vorgaben, ob nun selbst ´hergestellt´ oder mit der Geburt auf die Welt gebracht, dann nehme ich also an, es existierte eine ´innere Bestimmung´, Richtung und Gerichtetheit.

Das ist ja dann mal ein ziemlich bedeutungsvolles und folgenreiches Menschen- und damit Schöpfungsbild.

Denn es geht vom Vorhandensein einer ´inneren Bestimmung´ aus.
Nur wenn ich von der Möglichkeit einer ´inneren Bestimmung´ ausgehe, kann ich von der Möglichkeit ´innerer Vorgaben´ ausgehen. Nur wenn ich von der Möglichkeit innerer Vorgaben ausgehe, kann ein von äußeren Vorgaben verschonter Lernprozess irgendwo hinführen !

Hier scheint mir klarzuwerden, dass nur ein Menschenbild, das vom Vorhandensein ´innerer Vorgaben´und damit einer ´inneren Bestimmung´ ausgeht, Sinn in einem von äußeren Vorgaben möglichst befreiten Lernen sehen kann.
Denn Lernen führt qua definitionem ja irgendwohin. Fiele nun die äußere Vorgabe weg, ohne dass es eine innere gäbe, so führte Lernen nirgendwo hin, und wäre somit kein Prozess, sondern allenfalls ein Zustand, und damit jedenfalls kein Lernen.

Da Lernen also Bewegung beinhaltet, Veränderung, beinhaltet Lernen auch eine Richtung, denn Bewegung ohne Richtung ist keine Bewegung, wie oft auch immer sich die Richtung während der Bewegung ändern mag.

Wer in der Lern-Bewegung seinen ´inneren Vorgaben´ folgt, folgt, in dieser Anschauung, seiner inneren Richtung und Bestimmung.

Freiheit als Qualität:
ist Freiheit „gut“ ?

Jetzt war ja oben die Rede davon, dass Freiheit als Qualität angesehen werden kann: die Freiheit von äußeren Vorgaben führe zur Freiheit, den inneren Vorgaben folgen zu können. Weiter schrieb ich oben von der Möglichkeit, diese Freiheit als Qualität anzusehen, mithin als „gut“. Wenn ich aber annehme, es sei „gut“, qualität- und sinnvoll den inneren Vorgaben zu folgen, so bedeutet das für mich auch, dass die inneren Vorgaben ´gut´ sind. Denn sonst könnte es ja nicht „gut“ sein, ihnen zu folgen. Welches Schöpfungs- und Menschenbild steckt aber hinter der Auffassung die dem Menschen eigenen inneren Vorgaben seien „gute“ ?

Letztlich steckt darin die Ansicht, der Mensch sei „gut“, wenn man ihn nur lässt. Er sei an Qualität orientiert, wenn man ihn nur seinen inneren Vorgaben folgen lässt und seine innere Bestimmung sei per se eine „gute“. Denn nur dann kann die Orientierung an den eigenen inneren Vorgaben gut sein, wenn diese inneren Vorgaben selbst „gut“ sind. Nur wenn „Gutes“ aus dem  Inneren auftaucht, wenn das beeinflussende Äußere wegfällt, nur dann kann die Freiheit von äußeren Vorgaben, die zu den inneren Vorgaben führt „gut“ sein.

Wie weit kann Lernfreiheit gehen ?

Oben begegnete mir auch die Frage, ob es denn eine totale Freiheit von äußeren Vorgaben im menschlichen Miteinander überhaupt geben kann. Die Hypothese liegt sicher nah und ist sicher leicht nachzuvollziehen, dass es eine solche vollkommene Freiheit von äußeren Vorgaben auf einem Planeten mit begrenztem Raum und begrenzten Ressourcen wohl kaum geben kann.

Zudem gibt es Einflüsse von außen nicht nur in Form von „Vorgaben“, sondern ja auch in Form von Verhalten anderer Menschen zum Lernenden.

Bildungsbegriff und Menschenbild

Die Frage, was Bildung sei, beinhaltet deswegen die Frage nach dem Menschenbild des nach Bildung Fragenden, weil im Begriff Bildung das Wort Bild steckt. Bildung wird auch verwendet sowohl im Sinne von „sich einem Bild annähern“ als auch von „sich ein Bild machen“. So kann Bildung als die Fähigkeit verstanden werden sich „ein Bild zu machen“ von einem Vorgang, von einer Tatsache, von Zusammenhängen. Zweitens kann Bildung verstanden werden, als ein Vorgang in dem jemand versucht sich einem Bild anzunähern, das er von sich oder etwas hat.

So kann der Bildungsbegriff sowohl einen Prozess beschreiben, in dem sich der sich Bildende einem Bild annähert, davon wie oder was er sein oder werden möchte, als auch einen Prozess, in dem sich der Gebildete sich selbst ein Bild des von ihm Wahrgenommenem macht. Aber wieso beinhaltet Bildung dann immer auch ein Menschen-Bild ?

Weil der Mensch es ist, der einem Bilde gleichzuwerden sucht und weil im zweiten Verständnis des Bildungsbegriffes es ebenfalls der Mensch ist, der sich ein Bild macht, von etwas. In beiden Verständnismöglichkeiten des Bildungsbegriffes ist es der Mensch, der blickt: entweder auf sein Idealbild oder auf seine Wahrnehmung.

Wenn aber der Mensch ein Bild als sein Idealbild akzeptiert und wenn der Mensch seine Wahrnehmung als solche akzeptiert, dann wird der Mensch als ein Lebewesen gesehen, das Ideale erkennen, benennen und auswählen kann. Und es wird zweitens der Mensch als ein Lebewesen gesehen, das seine Wahrnehmungen als seine Wahrnehmungen erkennen kann.

Wenn der Mensch nun als ein mit der Fähigkeit zur Idealisierung begabtes Wesen angesehen wird und außerdem als ein Wesen, das sich seiner Wahrnehmungen als solcher bewusst werden kann, dann wird der Mensch als ein Lebewesen mit (mindestens) diesen zwei Fähigkeiten angesehen. Und wenn der Mensch als Lebewesen mit Fähigkeiten angesehen wird, so basiert diese Zuschreibung auf einem Menschenbild, das dem Menschen Fähigkeiten zubilligt, oder das ihm zumindest die Fähigkeit zur Entwicklung dieser Fähigkeiten zubilligt.

Hier setzt ein weiterer Aspekt des Bildungsbegriffes an: Was bringt der Mensch schon mit, und was muss entwickelt werden ? Ja, bringt er vielmehr vielleicht schon alles mit, auch das, was von ihm allein noch weiter entwickelt werden kann ?

Freiheit im begrenzten Raum

Braucht der Mensch Vorgaben und Verhalten von anderen Menschen um zu „reifen“, um zu entwickeln, was in ihm steckt ?

Ich meine: ja.
Denn es gibt im Zwischenmenschlichen Vorgaben und Verhalten.
Also gehört zur „Bildung“ für mich auch, den Umgang mit Vorgaben anderer und dem Verhalten anderer zu lernen.

Wie aber steht es dann mit der Lernfreiheit des möglichst selbstbestimmt Lernenden ?

Selbstbestimmtes Lernen heißt für mich nicht: völlige Selbstbestimmung. Denn die kann es im menschlichen Zusammenleben nicht geben, alleine schon deshalb, weil wir alle unsere Grenzen haben, und einander damit notwendigerweise auch konfrontieren.

Es kann meines Erachtens aber durchaus ein Mehr und ein Weniger an Selbstbestimmung im Lernprozess geben.
Und es gibt meiner Beobachtung nach Menschen, die an einem zu Wenig an Selbstbestimmung im Lernprozsess „leiden“ und sich mehr Selbstbestimmung in ihrem Lernprozess wünschen.

Wenn es also weder eine völlige Freiheit von äußeren Vorgaben geben kann für den Lernenden, noch eine völlige Freiheit vom Verhalten der anderen für den Lernenden, dann ist ja immer noch die Frage möglich, wie denn die Vorgaben gestaltet werden, wenn sie schon unumgänglich sind, und wie denn das Verhalten gestaltet wird, mit dem der Lerndende von anderen konfrontiert wird, wenn ja auch die völlige Freiheit vom Verhalten anderer nicht möglich ist.

Ist Bildung auch:
der bewusste Umgang mit Vorgaben und Verhaltensweisen, die selbstbestimmtem Lernen dienlich sein können ?

Gibt es äußere Vorgaben, die dem dienlich sind, der gerne selbstbestimmter lernen möchte ?
Gibt es ein Verhalten, das dem dienlich ist, der gerne selbstbestimmter lernen möchte ?

Gibt es ein Verhalten des Lernenden, das seinem selbstbestimmten Lernen dienlich sein kann ?
Gibt es ein Verhalten des dem Lernenden Begegnenden oder ihn Begleitenden, das dem selbstbestimmten Lernen dienlich sein kann ?

Falls es solche dem selbstbestimmten Lernen dienliche Vorgaben gibt und falls es dem selbstbestimmten Lernen dienliches Verhalten gibt: Gehörte es dann vielleicht auch zur Bildung, um diese Form von Vorgaben zu wissen, und um diese Verhaltensformen, die selbstbestimmtem Lernen dienen können ?

Fortsetzung folgt.

„Legendenbildung in der goldenen Stadt Prag“

Auf dem UniversiFest im Schellberghaus in Stuttgart am Samstag, d. 9.11.´13 traf ich Reinhard Ulrich aus Korntal bei Stuttgart.

Er verschenkte auf dem Fest seine ´Barfußzeitung´.

 Geld – Wirtschaft – Arbeit – Gerechtigkeit – Sehen – Fühlen

sind für einige UniversIdenten relevante Stichworte.

Deshalb, und weil ich (Tomas) den Text einfach lesens- und fühlenswert finde, habe ich ihn mit freundlicher Genehmigung von Reinhard für UniExperiment abgetippt:

„Längs der S 6 stehen Gleis- und Bauarbeiter im Regen.

Wer schon einmal eine Stadtführung in Prag mitgemacht hat, weiß, dass der gute Kaiser Karl der IV. damals, als das Volk hungerte, das Volk die Hungermauer bauen ließ, eine recht großzügig erweiterte Burg- und Stadtmauer. Gnädig gab der Kaiser dem Volk Arbeit und somit, wie man so sagt, Brot. Ist das nicht bestechend einfach und rührend, wie da das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden wurde ?

Viel anstrengender wäre ja für Kaiser und Hof gewesen, zu überlegen:
Warum hungert das Volk ?
Wird zu wenig Getreide angebaut ?
Hat das Volk kein Geld, um Getreide zu kaufen, keine ausreichende Möglichkeit, Getreide anzubauen ?
Und warum haben wir dann soviel Geld, dass wir eine Hungermauer bauen lassen können ?
Und ob es wohl für das Volk gesünder wäre, Getreide anzubauen und Brot zu backen, als Steine zu brechen, zu schleppen, zu mauern ?

Fahren Sie in die goldene Stadt Prag, um zu erfahren, wie der gute Kaiser Karl der IV., der ja keineswegs der dümmste, der machtgierigste, der selbstherrlichste Kaiser war -offensichtlich wusste er es damals noch nicht besser – das Volk die Hungermauer bauen ließ; handgemauert, efeubewachsen sieht sie heute ganz hübsch aus.

Zusätzlich, hier in Stuttgart,
kann man noch, teils frei, teils hinterm Bauzaun versteckt, die Betonorgie des Europaviertels (wie Halle-Neustadt garantiert efeufrei bis zum Abbruch) im Entstehen und Stuttgart 21 beim Kahlschlagen, Abreißen und Plattmachen besichtigen – und die Bauarbeiter im Regen:

hier in´s Brot gesetzt, leider unsichtbar, sichtbar nur Maschinen, Beton, Erde, Regen;
unsichtbar, dass manche, Frau und Kind verlassend, bis aus der Ukraine angereist sind,
unsichtbar, dass dort, zuhause, manche notwendige Arbeit liegenbleibt, weil sie ja hier, von DB AG, Hochtief usf. in´s Brot gesetzt sind.

Und da halt nicht alles auf den ersten Blick sichtbar ist, bleibt einem nur noch das Denken; und das Fühlen:

Wie klingt das zusammen, und wie könnte das auch ganz anders klingen ?

Text: Reinhard Ulrich, Korntal, veröffentlicht in der Barfußzeitung Nr. 3

´Was wegfällt´ oder: Freiheit und Verantwortung im selbstbestimmten Studium (Tomas)

Was zunächst wegfällt: die Legitimation von Professorenseite.

Die Relevanz meines Tuns (und Studierens) bestimme ich erstmal selber.

Kein Professor sagt mir zunächst: ja, was Du machst ist relevant (für m/ein Forschungsgebiet), mach weiter !

Ich legitimiere mich zuerst selbst.

Reiz der Freiheit Das ist für mich reizvoll aus zwei Gründen: erstens erlaubt es Unabhängigkeit von Urteilen und Wertesystemen des bestehenden akademischen Betriebes. Denn kein Professor entscheidet über die Aufnahme und/oder Fortsetzung einer Studienarbeit. Zweitens ist die Selbstlegitimation unserer Studieninhalte für mich deswegen reizvoll, weil sich durch die Selbstlegitimation für mich die Frage der Relevanz meines Tuns umso dringender stellt. Denn es gibt keinen ´Papa Professor´, der mir Absolution erteilt. Niemand sagt mir: ist o.k., was Du da vorhast, ist in Ordnung, was Du da studierst, mach weiter !

Ich muss die Stimmigkeit meines Tuns für mich selbst erfühlen und seine Einbettung in die Welt. Ich selbst muss darüber entscheiden, ob mein Studienprojekt für mich selbst stimmig ist, und ich selbst muss den Ort suchen, an dem mein Studienprojekt sich in die Welt einfügt.

Freiheit und Verantwortung Auch muss ich selbst darüber wachen, dass mein Tun die Bezeichnung „Studium“ überhaupt verdient: Ich selbst muss darauf achten, dass ich mit dem Standard „wissenschaftliches Arbeiten“ bewusst umgehe. Ich selbst muss dafür sorgen, dass mein Umgang mit Genauigkeit, Vollständigkeit, Logik und Nachvollziehbarkeit ein bewusster Umgang bleibt. Natürlich kann ich mir Mentoren, Professoren, Unterstützer suchen, die mich in meinem Tun begleiten, das den Namen „Studium“ verdient. Aber beim selbstbestimmten Lernen liegt die Basis meines Tuns in mir und daher auch immer die volle Verantwortung für das was ich im Rahmen meines Studiums tue.

An einer konventionellen Universität wird mir diese Verantwortung ein Stück weit abgenommen. Denn dort entscheide eben nicht ich selbst vollständig über alle Aspekte meines Studiums. Dort werden mir viele Entscheidungen abgenommen und also auch ein gutes Maß an Verantwortung. Im komplett selbstbestimmten Studium ist die Freiheit größer, ja nahezu maximal. Doch gleichzeitig damit wächst auch die Verantwortung, ebenso bis nahezu ins Maximale.

Immer wieder muss ich mich selbst fragen, ob und wenn ja wodurch mein Tun (noch) zu rechtfertigen ist und vor welchem Hintergrund es zu rechtfertigen ist und für wen.

Beziehung, aus der Freiheit geboren  So führt meiner Ansicht nach gerade ein Maximum an Selbstbestimmung zu einem Maximum an Gesellschaftsbezogenheit. Doch geschieht dies nur dann, wenn ich die ´Gesellschaft´, die ´anderen´ als relevante Größe auch im Zusammenhang mit meinem freien Tun immer wieder in mein Blickfeld nehme.

 

Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen schaffen (Tomas)

Freies, selbstbestimmtes Lernen bedeutet für mich: selbst entscheiden, was, wann, wie und wo gelernt wird.

Im Kindergarten bedeutet das für mich: dem freien Spiel wird großer Raum eingeräumt

Auf Schulebene heißt das für mich: Freiräume schaffen, in denen die jungen Menschen selbst entscheiden, was sie wann wie und wo lernen

Auf Universitätsebene verstehe ich darunter: freie Gestaltung des Studienverlaufes, der Studieninhalte und Studienpläne durch den Studiernden.

Kindergarten: Da einen Kindergarten in Deutschland nur aufmachen darf, wer dort mindestens einen staatl. gepr. Erzieher beschäftigt (und andere, bauliche und organisatorische Auflagen erfüllt), interessiere ich mich für die Ausbildung zum staatl. gepr. Erzieher.

Über die Erzieher-Ausbildung bestimmen in Deutschland die Bundesländer selbst.

Da ich schon eine Berufsausbildung und Berufspraxis habe, interessiert mich der Ausbildungsweg für sogenannte „Externe“. Damit sind u.a. Menschen gemeint, die die Prüfung zum staatl. gepr. Erzieher ablegen, ohne dass sie an einem Unterricht zur Prüfungsvorbereitung teilgenommen haben.

Um zur Prüfung ohne vorherigen Unterrichtsbesuch zugelassen zu werden, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Außerdem muss die prüfende Institution dem Prüfling seine eigenständige Prüfungsvorbereitung zutrauen. Drittens müssen vor der Prüfung 480 Praktikumsstunden in sozialpädagogischen Einrichtungen nachgewiesen werden.

Als Prüfling ohne Besuch einer (Erzieher-) Schule muss ich also

a)  Voraussetzungen erfüllen, b)  für die Prüfung ausreichende, selbständige Lernfähigkeit vermitteln und c)  480 Praktikumsstunden nachweisen.

zu a) Voraussetzungen: Für die Zulassung zur staatl. Erzieher-Prüfung sind bestimmte Schulabschlüsse nötig. Wer sich den vorbereitenden Unterricht sparen will, muss mind. 25 und außerdem entweder „Kinderpfleger/in“ sein, oder eine von bestimmten Ausbildungen im sozialen Berufsfeld, oder vier Jahre in einem sog. „sozialpflegerischen“ Beruf in Vollzeit gearbeitet, oder vier Jahre einen Haushalt mit mindestens einem minderjährigen Kind geführt haben .

Hier eine Übersicht über diese Voraussetzungen (siehe Punkt „Aufnahmevoraussetzungen“): http://www.caritasmuenchen-schulen.de/Page033399.htm

Fortsetzung folgt. : -)

Tomas

Was ist der ´Goldene Schnitt´ ?

Vorhaben:

Entwurf und Herstellung von Bauklötzen, deren Größenverhältnisse im sog. `Goldenen Schnitt´ liegen.

Motivation:

Einüben und Erfahrungen sammeln mit als ästhetisch empfundenen Flächen- und Raumgestaltungsprinzipien

Ziel:

Gestaltung von als harmonisch empfundenen Räumen jenseits gerader Linien und rechter Winkel

Kritik des Vorhabens:

Ein Zusammenhang von ´Goldenem Schnitt´ und ästhetischem Empfinden ist wissenschaftlich nicht eindeutig nachweisbar

Vorgehen:

1. Recherche: Was wird unter dem ´Goldenen Schnitt´ verstanden ? 2. Studie: Aufmaß einer derzeit käuflichen Klötze-Zusammenstellung. Ziel: Bewusstsein schaffen für Größenverhältnisse 3. Übung: Spiel und Experimentieren mit den gekauften Klötzen. Ziel: Begreifen und Verstehen von vorhandenen Größenverhältnissen, Umgang mit bestehenden Größenverhältnissen, Erforschen und Erkennen ästhetisch ansprechender Klotz-Kombinationen

Eine der ersten Erkenntnisse im Rahmen der Recherche (1.): Die Bedeutung des ´rechten Winkels´ (90°): Ohne ihn ist der ´Goldene Schnitt´ in einigen geometrischen Konstruktionsverfahren nicht zu konstruieren !

Weitere Informationen folgen.

Verfasst von: Tomas

Studienfragen von Tomas

 

(links zu Texten und „Räumen“ sind grün)

 I. Lernen

1. Wie schaffe ich Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen ?
  • 1.1. Was verstehe ich unter freiem, selbstbestimmtem Lernen ?
  • 1.2. Warum will ich Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen schaffen ?
  • 1.3. Welche innere Haltung  kann Räuume für freies selbstbestimmtes Lernen öffnen ?

     

  • 1. 8. Wie finde ich an meinem Wohnort Gleichgesinnte ?
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_________________________________________________________________________________________________________

ä
2. Wie gestalte ich Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen ?
2.1.Auf welchen Grundlagen  ruht die Gestaltung meiner freien, selbstbestimmten Lernräume ?
.
2.1.1. im Freien UniExperiment:
.
2.1.1.1. Freiheit und Verantwortung im selbstbestimmten Studium

2.1.1.2. Von der StudienFrage zur ForschungsFrage: Mein Umgang mit dem Standard „wissenschaftliches  …………. Arbeiten“
2.1.1.3. Gefühle im Studium (Teil 1 – 5)
2.2. in der Schule:

2.2.1. LUBI & LIKÖR in der Schule
2.3. Wie schaffe ich Platz für Erkenntnisse, die aus einem Raum jenseits des Ich zu kommen scheinen ?

2.3.1. Existenzielle Fragen, Wirklichkeit, Yoga & Erfahrung

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.
.
3. Wie wünschen sich andere Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen ?

3.1. Was sind die Forderungen und Wünsche von Lernenden an Schulen ?

.
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1.A. Was ist Bildung ?

1.A. 1. Definition:

1A. 1.1. … sich ein Bild machen ?
1a) 1.2. … sich nach einem Bild bilden ?


1a) 2.
Bildung, Freiheit und Bestimmung

1a) 3. Sucht Bildung immer Antworten auf die Frage, wie wir (als Menschen) sein wollen ?
.

1.B. Was ist (eine) Universität ?

1b )1. Zum Universitätsbegriff

1c) Was ist Studium ?

1c) 1. Zum Begriff „Studium“

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1d) Was ist Kultur ?

1e) Was ist Elite ?
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1. C. Wie und wo schaffen andere Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen, ansatzweise oder umfassend ?

1.C.1. Kindergarten

1.C.2. Schule

1.C.2.1. Realschule Baden-Baden

1.C.3. In der Gruppe

1.C.3.1. … auf einer mehrtägigen Wanderung

1.C.3.2. … mit der Idee des „wertschätzenden Abschlusses“ als Alternative zu den existierenden Schulabschlüssen

1.C.3. Universität

1.C.3.1. Aktionswoche an der Universität Stuttgart im Januar 2014
1.C.3.2. ´Offener BildungsRaum´ an der Universität München im Juni 2014
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2. Was ist Lernen ?

2a) Neurologisch

2b) Phänomenologisch (?)

2. A. Welche Lern- und Hirnforscher sind für mich derzeit relevant ?

2.1. Was ist selbstbestimmtes Lernen ?

2.1.1. Ich und Du :
Individuelle und gesellschaftliche Dimensionen selbstbestimmten Lernens

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3., 4., 5., 6.: Leben

3. Was ist Leben ?

4. Was ist Sexualität ?

5. Was ist Meditation ?

6. Was ist Polarität ?

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7.+8. Materie gestalten

7. Wie bringe ich den von mir entworfenen Sessel zur Serienreife ?

8. Die Quadratur des Kreises, oder:
Warum bauen wir gerade? Was ist “organische Architektur” ? Was ist der “Goldene Schnitt” ?

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9., 10.,11., 12.: Gemeinschaft

9. Warum ist soziale Arbeit Teil meines selbstbestimmten Studiums ?

10. Wie lauten Studienfragen meiner Mit-Studenten ?

11. Beeinflussen meine Kontakte zu Stiftungen mein Studium ?

12. Wie wirkt Verdrängtes in Gruppenprozessen ?

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Unvollständiger Ansatz zur Gliederungssystematik:
Arab. Zahl -> Studienfragen (1.-11.)
kleiner lat. Buchstabe -> u.a. Definition
großer lat. Buchstabe -> u. a. Vorgehen ; Teilbereiche von Fragen