Tomas´ Universitätskonzept

Mein Verständnis von UniExperiment

 Individualität im Dienst der Gesellschaft

Der UniExperiment-Student gestaltet sein Studium selbst, aber im Verständnis von UniExperiment nicht nur für sich selbst. Denn im individuellen Fähigkeiten-, Interessen-, und Begabungsprofil des Einzelnen sieht UniExperiment Sinn, der über den Einzelnen hinausweist.

UniExperiment geht davon aus, dass das individuelle Fähigkeiten-, Interessen-, und Begabungsprofil des Einzelnen Sinn hat wesentlich auch für die Gesellschaft. UniExperiment glaubt, dass das ureigene Profil jedes Einzelnen wichtige Ressourcen birgt, die für die Gesellschaft von großer Bedeutung sind.

Denn UniExperiment sieht den Einzelnen als sinnhaften Teil eines sinnhaften Ganzen, und somit gerade in seiner Einzigartigkeit auch als sinnerfüllten Teil der Gesellschaft, in der er lebt.

Damit geht UniExperiment davon aus, dass die individuellen Anlagen und Fähigkeiten des Einzelnen eine Sprache sprechen, deren Äußerung für die Gemeinschaft ebenso wichtig ist, wie für ihn selbst.

Das ureigene Potenzial freilegen und nutzen

Wesentlich für das Studium bei UniExperiment ist und im Verständnis von UniEsperiment auch für die Gesellschaft ist, dass der Student sein eigenes Fähigkeiten- Begabungs- und Interessenprofil nutzt.

Um es nutzen zu können, muss er Zugang zu ihm haben. Der Zugang zu den eigenen Studien- und Lernleidenschaften ermöglicht es dem Studenten, seine ureigenen Ressourcen, sein individuelles Potential zu nutzen.

Ist oder scheint dieser Zugang zum ureigenen Potential verschüttet, bietet das gemeinsame Studium mit den Mitstudenten vielfältige Möglichkeiten und Angebote, an der Freilegung des ureigenen Potenzials zu arbeiten.

UniExperiment sieht eine wesentliche seiner Aufgaben darin, dem Einzelnen Hilfestellungen zu bieten und Partner zu sein für die Entwicklung seines ureigenen Potenzials. Schon die Gemeinschaft von Studenten die ebenfalls genau daran arbeiten, kann hilfreich sein, ebenso wie die Unterstützung von auf diesem Gebiet Erfahrenen, auf die UniExperiment-Studenten zurückgreifen können.  

Studium entlang der eigenen, individuellen Studienfragen

 Sein Studienthema drückt der UniExperiment-Student auch mittels seiner individuellen Studienfragen aus. Dazu formuliert er zu Beginn seines Studiums seine Studienfragen. Entlang seiner eigenen Studienfragen verläuft sein Studium und sein Lernweg. 

Studium und innerer Antrieb

UniExperiment geht davon aus, dass ein Mensch, der seinen ureigensten Interessen und Fähigkeiten lebt, seinem inneren Antrieb folgt.

UniExperiment ist überzeugt davon, dass jeder Mensch diesen inneren Antrieb hat. Ist sein ureigener Antrieb nicht zu spüren, so liegt das aus der Sicht von UniExperiment allenfalls daran, dass er verschüttet ist, und erst freigelegt werden muss.

Wenn nötig: den inneren Antrieb finden und freilegen

Daher ist es ein wesentlicher Teil des Studiums, den inneren Antrieb des Studenten freizulegen, falls das nötig ist.

Dies geschieht am Anfang des Studiums, an dem die Studienfragen formuliert werden müssen.

Jeder Student des UniExperiment hat zu erklären, wie seine Studienfragen lauten, und auf welchem Weg er ihnen folgen will.

Kann ein Student seine individuellen Leidenschaften, also seine individuellen Studienfragen nicht formulieren, so erhält er von UniExperiment jede Unterstützung, um sie zu finden.

Denn das Auffinden der eigenen Studienfragen ist ein wesentlicher Garant für das effektive Studieren. Sie geben vor, wo´s im Studium langgeht. Wo kein äußerer Lehr- und Studienplan existiert, soll der innere bewusst sein, oder eben freigelegt werden.

Im Potential des Einzelnen liegt Sinn

UniExperiment geht davon aus, dass jeder Mensch eine einzigartige Mischung von Fähigkeiten, Interessen und Begabungen in sich birgt.

UniExperiment geht weiter davon aus, dass dieses individuelle Fähigkeiten-, Interessen-, und Begabungs-Profil nicht zufällig, beliebig und sinnlos ist, sondern im Gegenteil tief sinnhafter Ausdruck einer sinnerfüllten Schöpfung.

UniExperiment sieht den Menschen als Teil der Schöpfung.

Damit werden die individuellen Fähigkeiten, Interessen und Potentiale des Einzelnen als sinnhafter Teil eines sinnhaften Ganzen gesehen:

der Mensch wird verstanden als Teil eines beseelten Schöpfungs-Ganzen und ebenso als sinnhafter Teil eines Gesellschafts-Ganzen.

Lebendiges, und damit auch der Mensch mit seinen für ihn charakteristischen Interessen, wird von UniExperiment nicht als bloße Ansammlung biologischer Funktionen und Mechanismen verstanden , sondern als zutiefst sinnerfüllter Lebensausdruck der Schöpfung an sich.

Achtung für die Schöpfung

Diese Schöpfung und der Mensch, als deren Teil UniExperiment ihn sieht, verdienen für UniExperiment tiefe Achtung:

Nicht sinnlos zufällig ist die Schöpfung, wie sie ist, für UniExperiment, sondern Ausdruck einer tieferen Ordnung, ebenso wie der Mensch. Die Schöpfung in ihrem So-Sein und der Mensch mit seinen Interessen,

Begabungen und Fähigkeiten, sind für UniExperiment nicht sinnlose Tatsache, sondern Zeichen einer wesen- und sinnhaften Lebendigkeit, die UniExperiment um ihrer selbst willen und als Teil des beseelten Kosmos respektiert.

Mit dieser tiefen und liebevollen Achtung für das Lebendige verbindet sich für UniExperiment auch die Achtung vor den im Einzelnen lebendigen Kräften und damit seinen Lern- und Lehrbedürfnissen, seinen Wissens- und Tätigkeitswünschen.

Achtung für den individuellen Lernweg

Wenn Einer z. B. das Bauer-Sein auf seine eigene Art lernen will, dann sieht UniExperiment in dieser, seiner eigenen Art das Bauer-Sein lernen zu wollen, Schönheit und Sinnhaftigkeit, die durch einen normierten Lehr- und Lernweg weder erfasst, noch abgebildet und damit auch nicht geachtet werden kann.

Wie Einer lernen und wie sich Einer entfalten will, ist für UniExperiment eben nicht zu vernachlässigende Petitesse angesichts behaupteter objektiver Erfordernisse, sondern wesentlicher Ausdruck des Schöpfungskosmos und als solcher zu achten zu respektieren und zu fördern.

Genau daraus leitet sich die höchste Prioriät ab, die UniExperiment den  individuellen Lern- und Entfaltungswünschen des einzelnen Studenten zubilligt.

Daher richtet sich das Studium im UniExperiment an diesem individuellen Potential aus: das eigene Fähigkeiten-, Interessen- und Begabungsprofil gibt den Rahmen für das Studium vor.

Der Student gestaltet sich sein Studium selbst.

Universitätskonzept

Wer kann Student des Uniexperiments werden?

Jeder Mensch kann Student des Uniexperiments werden, Zulassungsvoraussetztungen im Sinne von Abschlüssen gibt es nicht. Auch örtlich sind wir nicht gebunden; die Welt ist unser Campus. Man selbst muss sich jedoch verbunden fühlen mit uns und unserer Idee.

Was kann studiert werden?

Die Studenten wählen sich ihre Studieninhalte selbst und bestimmen auch selbst wie sie diese erlernen wollen. Dass kann ein einfaches Lesen von Texten und Büchern sein oder die Organisation eines Seminars oder das Arbeiten in und an einem Projekt. Und natürlich können auch Mentoren eingeladen werden (z.B. Professoren und andere Menschen, die in einem entsprechenden Bereich gebildet sind) oder auch eine normale Uni (als Ergänzung des Studieninhaltes) besucht werden. In unserer Gruppe unterstützen wir uns gegenseitig bei unseren Studieninhalten. Themen oder Projekte, die zu einem gewissen Abschluss gebracht wurden, wollen wir öffentlich präsentieren.

Wie wird studiert?

Auf der einen Seite anhand von persönlichen Studienfragen, (statt diesem total realitätsfernen Studium an normalen Unis mit ihren Wissensfeldern)  denen man nachgeht und an denen man forscht und die man vielleicht auch erst einmal finden muss.

„Ich frage mich, ob die Frage nach meiner Frage exitenziell ist?“ 

Der Denker

Und auf der anderen Seite anhand von meist gesellschaftsrelevanten Gruppenprojekten und Gruppenthemen, die wir gemeinsam auswählen und organisieren werden. Wie genau das aussehen wird und wie viel Zeit wir für welchen Teil nutzen wollen wird sich zeigen und wir werden da ganz viel, auch unterschiedlichste Methoden, wie wir lernen werden, ausprobieren.

Wann ist das Studium beendet und wie sieht ein Abschluss aus?

Das Studium im Uniexperiment ist dann beendet, wenn es der Student als beendet betrachtet. Ideen für Abschlüsse sind zum Beispiel, dass ein Abschluss in Form eines erfolgreichen Projekts besteht, durch welches Andere eine glaubhafte Idee von den persönlichen Fähigkeiten bekommen oder aber auch, dass man sich von Personen, die eng mit einem Zusammengearbeitet haben (Zum Beispiel Studenten oder Mentoren) seine Fähigkeiten bescheinigen lässt.  Auch kann natürlich jeder nebenher ein normales Studium an einer anderen Universität absolvieren.

 

Lernen & Liebe – von Tomas

Lernen, Liebe & Gesellschaft

I.Worum geht es im Uni-“Experiment“ ?

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Vorbemerkung:

Dieser Text bildet einen Teil der Sicht des Autors ab auf das, was er für Wirklichkeit hält.

Dieser Text, übrigens auch der Text dieser Vorbemerkung, enthält Behauptungen, die im Text selbst weder begründet noch belegt werden.

Dieser Text lädt also förmlich dazu ein, jede seiner Behauptungen zu hinterfragen.

: -)

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Im „Experiment“ soll es um Formen des Lernens gehen, für die es bisher nach Wahrnehmung der Projektteilnehmer zu wenig Unterstützung und Vernetzung (und keine oder zu wenige Angebote, Orte und Infrastruktur ?) gibt.

Voraussetzungen für selbstbestimmtes, selbstorganisiertes Lernen

Es soll im „Experiment“ um selbstbestimmtes, selbstorganisiertes Lernen gehen.

Im „Experiment“ geht es daher um:

– Selbstbestimmung,

– Selbstorganisation und

-Lernen.

Klarheit und Handhabung

Je mehr Klarheit darüber besteht, was das eigentlich ist, worum es geht (Selbstbestimmung, Selbstorganisation, Lernen) umso effektiver, kreativer und freier kann eine Gruppe mit dem umgehen, worum es (ihr) geht.

Je klarer für die Gruppe der Gegenstand umrissen ist, mit dem sich eine Gruppe beschäftigt, umso leichter ist dieser Gegenstand für die Gruppe zu handhaben, umso leichter fällt es einer Gruppe, mit ihm umzugehen.

Wenn nicht klar ist, wo der Gegenstand endet, und wo er beginnt, oder wenn nicht klar ist, was er enthält, dann kann man ihn zwar vielleicht in die Hand nehmen, aber ihn schwer nutzen.

Kenntnis, Benennung & Nutzen

Denn um etwas zu nutzen, muss ich sein Potenzial kennen. Ich muss ein Potenzial nicht unbedingt benennen können, um es zu kennen. Aber ich muss es benennen können, um es zu nutzen. Denn wenn ich ein Potential nicht benennen kann, kann ich auch nicht benennen, wofür ich es nutzen kann oder könnte.

Erkennen, Benennen und Nutzen von Möglichkeiten und Fähigkeiten

So geht es in diesem Projekt auch um Benennung von Potentialen, um Benennung von Möglichkeiten und Fähigkeiten. Denn nur wenn Möglichkeiten erkannt und benannt werden können, können sie auch (zielgerichtet) nutzbar gemacht werden.

Darum geht es im „Experiment“ also auch: um die Nutzbarmachung von Möglichkeiten und Fähigkeiten.

In Verbindung mit der obigen Behauptung („I.“)

geht es also im Projekt darum,

die Möglichkeiten und

Chancen, also

das Potential

von selbstbestimmtem, selbstorganisiertem Lernen

zu erkennen,

zu benennen und

nutzbar zu machen.

II.Ziele und Gründe für selbstbestimmtes, selbstorganisiertes Lernen

Wofür: selbstbestimmt, selbstorganisiert Lernen ?

Wofür soll denn das Potential von selbstbestimmtem, selbstorganisiertem Lernen nutzbar gemacht werden, mit welchem Ziel ?

Selbstbestimmtes und selbstorganisiertes Lernen wird als freudebringend und erfüllend erlebt. In ihm wird Sinnhaftigkeit erfahren und eine Art von Geborgenheit, die im Verfolgen des eigenen, selbstbestimmten (Lern- umd Studien-) Weges erlebt wird.

Neues Lernen: Wozu ?

Warum wollen sie, dass etwas Neues entsteht ?

Warum wollen sie eine neue Form des Lernens leben und vorleben ?

Weil sie mit dem Bestehenden unzufrieden sind.

Das gegenwärtige Studienangebot an Hochschulen und Universitäten wird als

– zu verschult,

– zu verplant und als

– zu sehr fremdbestimmt

erlebt:

Nicht mehr der Student

– mit seinen Neigungen und Fähigkeiten,

– mit seinen individuellen Bedürfnissen und Lernwünschen

steht im Vordergrund, so wird es wahrgenommen,

sondern die Interessen von Arbeitgebern, die nahezu ausschließlich an

Gehorsam und

materiellem Profit

orientiert sind.

Alle am Projekt Beteiligten, wollen, dass hier etwas Neues entsteht. Denn verschultes, verplantes und fremdbestimmtes Lernen und Studieren macht zu wenig Spaß !

Unzufrieden: womit ?

Womit genau sind die am Projekt Beteiligten unzufrieden ?

Sie sind unzufrieden damit, dass ihnen gesagt wird, was sie lernen sollen und wie sie lernen sollen und wann sie lernen sollen.

Sie sind unzufrieden damit, dass Lernen mit Gehorchen verknüpft wird:

„Ich bestimme genau, was Du lernst und wie, wenn Du Dich einmal für eine bestimmte Richtung oder für ein Fach entschieden hast !

Wie Du lernen willst, was Du später einmal können möchtest, ist dabei unwichtig !

Wie Du lernen willst, was Du später einmal können möchtest, entscheide ich, nicht Du !

Wenn Du meinen Entscheidungen nicht folgst, wenn Du nicht gehorsam bist, dann darfst Du nicht lernen, zumindest nicht in dieser Institution hier !.“

Lernen in Institutionen ist nur den Institutionen und deren Strukturen gegenüber Gehorsamen gestattet

Denn das Nutzen der Ressourcen, die zum Lernen gebraucht werden, ist an Gehorsam denen gegenüber geknüpft, die diese Ressourcen verwalten:

Politiker, Professoren, Rektoren, Dozenten, Verwaltungsfachleute.

Die am Projekt Beteiligten sind unzufrieden damit, dass Gehorsam ihnen gegenüber wichtiger ist, als Hinhören. Sie sind unzufrieden damit, dass

Gehorsam wichtiger ist,

als:

Hinhören!

Was hieße denn: Hinhören ?

Hinhören hieße, hinzuhören, wenn sich eine innere Stimme meldet, die mir sagt, was ich lernen will.

Hinhören hieße, zuzuhören, wenn sich ein Bedürfnis meldet, das mir sagt, wie ich lernen will.

Hinhören hießet auch: das beobachten, erforschen und erfahren, was ich lernen möchte.

Hinhören hieße, mir meine eigene Beziehung zum zu Lernenden selbst zu schaffen, nur begrenzt durch das eigene Potenzial, nicht aber etwa durch Verwaltungs- und Studienvorschriften.

III.Lernen als Beziehung

Wenn Lernen wesentlich von der Beziehung zum zu Lernenden lebt, dann ist Lernen auch: Beziehung. Wie gestalte ich diese Beziehung ? Wie gestalte ich meine Beziehungen: Liebevoll ?

Die liebevolle Lernbeziehung

Wie sähe eine liebevolle Lernbeziehung, wie sähe ein liebevoller Bezug zum Lernen aus ?

Verträgt eine liebevolle Beziehung Druck und Zwang ?

Verträgt sie Vorschriften ?

Verträgt sie Bestehen auf Gehorsam ?

Damit ich mir diese, meine eigene, vielleicht auch liebevolle Beziehung zum Lernen schaffen kann, brauche ich Raum und Zeit:

Ich muss Raum und Zeit haben, zu beobachten, zu erforschen, was das denn eigentlich für mich ist und bedeutet, was ich da lernen möchte.

Ich muss Raum und Zeit haben, zu beobachten, zu erforschen, was das denn eigentlich ist und bedeutet, was ich da lernen möchte.

Der Vorzug von Funktionieren und Gehorsam lässt der Liebe weniger Raum

Bloßes Bestehen auf Auswendiglernen, Funktionieren und Pauken lässt mir keinen Raum und keine Zeit, zu beobachten, zu erforschen, was das denn eigentlich ist und bedeutet, was ich da lerne.

Bloßer Lerngehorsam lässt mir keinen Raum und keine Zeit, zu beobachten, zu erforschen, was das denn eigentlich für mich ist und bedeutet, was ich da lerne.

Oft schon wurde beklagt, welche Folgen es hat, wenn Menschen vorwiegend funktionieren, und der Blick verloren geht für das, was das eigentlich bedeutet und für sie bedeutet, was sie da tun. Als eine dieser Folgen vorwiegenden Funktionierens ohne persönlichen, Bezug zum eigenen Tun wird auch Krieg gesehen.

Selbstbestimmung öffnet den Weg vom „Ich!“ zum „wir

Wenn ich selbst erforsche und beobachte, was das denn eigentlich ist und bedeutet, was ich da lerne, wenn ich selbst erforsche und beobachte, was das denn eigentlich für mich ist und bedeutet, was ich da lerne, dann ist von dort aus ist der Schritt zur Frage, was das denn eigentlich für andere ist oder sein könnte, oder was es denn für andere bedeutet oder bedeuten könnte, was ich da lernen will, nicht mehr weit.

Was könnte es für andere bedeuten, wenn ich das lerne ?

Könnte mein Lernen anderen Möglichkeiten schaffen ?

Könnte durch mein Lernen anderen Möglichkeiten geschaffen werden, die sie so ohne mein Lernen vielleicht nicht hätten ?

Hat oder hätte mein Lernen Nutzen für andere ?

Auch alle diese Fragen tauchen auf, wenn ich mir Gedanken über meine ganz eigene Beziehung zu dem mache, was ich lernen will.

Die Freiheit der Selbstbestimmung öffnet einen freien Bezug zum Du

Wenn ich mir die Freiheit nehme, diese Beziehung zum zu Lernenden freiwillig zu einer ganz persönlichen, individuellen zu machen, dann wächst damit auch meine Lust, andere an dieser persönlichen Beziehung teilhaben zu lassen. Ganz natürlich wächst dann mein Bedürfnis, anderen von meiner so persönlichen Erfahrung zu erzählen und mich mitzuteilen und schon ist damit der Same zum Lehren gelegt, schlicht aus dem menschlichen Bedürfnis heraus mitzuteilen, was mich bewegt.

Was mich bewegt, will ich auch mitteilen

Wozu ich eine individuelle Beziehung aufbauen kann, das kann mich auch bewegen. Wozu ich meinen eigenen Bezug aufbauen konnte, kann mich berühren. Was mich bewegt und berührt, das möchte ich gerne mitteilen, sei es in Schriftform, im Erzählen, oder in einer anderen Form des Mit-Teilens.

Selbstbestimmtes Lernen => Neue Freiheit der Lehre

Schön ist, wenn sich zu einer so verstandenen Freiheit des Lernens dann auch eine neu verstandene Freiheit des Lehrens gesellt:

nur wen wirklich interessiert, was ich da mitzuteilen habe und wie ich es mitteile, nur der wird mir auch freiwillig zuhören wollen.

Es gibt bei so verstandener Lehre aus selbstbegeistertem Mitteilen keine Zuhörverpflichtung mehr !

Neue Freiheit der Lehre schenkt die Freiheit des Hinhörens

Wenn es also die Freiheit des Hinhörens gibt, gibt es auch die Freiheit vom Zuhören. Wenn ich also selbst mir das Lernen gestalte und mir dafür Raum zum Hinhören gebe, dann gehört dazu auch, dass ich anderen den Raum zum Hinhören gebe, statt sie zum Zuhören zu zwingen. Wenn die Lernenden sich die Lehre selbst gestalten, dann bestimmen sie selbst, wen sie als Lehrenden hören wollen. So entspräche der Freiheit des Lernens eine neu verstandene Freiheit der Lehre. Diese so verstandene Freiheit der Lehre bestünde darin, selbst zu entscheiden wem man denn wann zuhört, um zu lernen.

IV.Das Freie Uni -“experiment“ als Friedensinitiative einer demokratischen Zivilgesellschaft

So führt die Frage, was Lernen eigentlich ist, direkt zur Projektbeschreibung.

Denn das Projekt ist durchgehend eine Manifestation der Frage: Was ist Lernen ?

Aus den individuellen Antworten der Studenten auf diese Frage entsteht erheblicher Nutzen für die Gesellschaft, weil die zwei wesentlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für ihre Beantwortung notwendig sind, notwendige Voraussetzungen sind für das friedliche Zusammenleben in einer Gesellschaft:

Selbstbestimmung und Selbstorganisation

So will und soll die Freie Uni zutiefst friedensstiftend und die demokratische Zivilgesellschaft stärkend und erhaltend sein und wirken.

– Konzept-Fragment

Zusammengestellt aus Textteilen von Diemut u. Patrick, Martin, Tomas,

bearbeitet von Alexandra, Camilla, Cornelius, Lukas, Martin, Rebekka, Tomas

.

I. Wer ist Student im Sinne von UniExperiment ?

Jeder Mensch, der

a) versucht, offen und unvoreingenommen zu hinterfragen, und
b) eigene Ideen entwickelt und daraus Ideale bildet, und der
c) versucht, diese teilnahmsvoll zu leben und im Handeln zu verwirklichen, und der
d) dies alles (a)-c)) tut, in kontinuierlichem Austausch mit seiner Mitwelt und seinen Mitmenschen,

ist Student von UniExperiment.

            II. Studienstufen u. -fragen

        1. „Studium generale“

Wir verstehen jeden Menschen, der sich für sich allgemein in der Welt orientiert, als einen Studenten seines „Studium generale“.

2. „Studium individuale“

Wer seine eigene Herzensfrage(n), die er in sich trägt, gefunden hat und ihr (ihnen) folgt, den sehen wir auf der Stufe seines „Studium individuale“. Die Herzensfragen des UniExperiment-Studenten verstehen wir als seine Studienfragen.

3. „Studium initiale“

Wer entlang seiner Herzensfrage(n) an einem konkreten Projekt arbeitet, den verstehen wir als Studenten seines „Studium initiale“.

       III. Studium

       1.

Jeden, der dies wünscht, wollen wir als Studentengemeinschaft UniExperiment dabei unterstützen, seinen eigenen Studienweg zu gehen.

 Für diese Unterstützung

– kann jeder UniExperiment-Student im UniExperiment ein Umfeld von Gleichgesinnten finden, die sich in ihrer jeweils eigenen Weise um die in I. beschriebene Haltung bemühen

– materielle, rechtliche und finanzielle Hilfen in Anspruch nehmen, die sich die Studentengemeinschaft UniExperiment geschaffen hat, z. B.
–  Räumlichkeiten
–  Kontakte
–  Kooperationsmöglichkeiten
–  Fähigkeiten, Wissen und Kompetenzen der Mitstudenten und
– extern verpflichteten Dozenten
–  finanzielle Mittel

     2.

Jeder UniExperiment-Student (gemäß der Definition unter I.)  verpflichtet sich, mit seinen Mitstudenten kontinuierlich im Austausch und Gespräch über den Fortgang seines Studiums zu bleiben (s. a. I d).

 

    IV. Grundwerte des UniExperiment

(Grundlagen/gemeinsamen Werte)

Die Gemeinschaft der Studenten des UniExperiment  lebt und  studiert in Gemeinschaft.

Die Gemeinschaft der Studenten des UniExperiment arbeitet mit regelmäßiger Reflektion und Austausch.

Die Gemeinschaft der Studenten des UniExpwriment arbeitet auf der Grundlage von

 –       Ehrlickeit

–       Vertrauen

–       Selbstverantwortung

–       Eigeninitiative eines jeden Teilnehmers

–       Motivation des  Einzelnen

–       Gegenseitige Unterstützung  der Prozesse

                  Ohne Eigeninitiative findet nichts statt. : -)

– Tomas

Warum Universidee?

Ich bin 46. Ich will mit meiner Kraft und Erfahrung Räume schaffen, in denen frei und selbstbestimmt gelernt und geforscht werden kann.

Außer als Mit-Erbauer eines solchen FreiRaumes sehe ich mich auch selbst als UniversIdent: Ich studiere selbst permanent frei  & selbstbestimmt. Dabei beobachte ich mich und tausche meine Wahrnehmungen mit denen anderer aus. So erfahre ich  immer wieder neu, wie freies, selbstbestimmtes Lernen gelingen kann.

Ich glaube, dass wir alle einen solchen Raum in uns tragen: einen Raum, der unsere Sehnsucht beherbergt, uns frei zu entfalten. So trägt aus meiner Sicht jede/r seine eigene UniversIdee in sich. Ich möchte einen Ort schaffen, an dem dieses jedem ureigene Potential geäußert werden kann. Ich möchte einen Raum schaffen, in dem dieser innere Reichtum  nach außen treten, sichtbar werden und mit dem individuellen Potential anderer in Beziehung treten kann.

Denn dann entsteht aus meiner Sicht eine ´neue Welt´, dann entsteht aus meiner Sicht Veränderung: wenn ich den stetigen Wandel, der ich selbst bin und dessen Teil ich bin, mir zuerst bewusst und dann sichtbar mache, für andere sichtbar mache. Wenn ich das, was und wie ich momentan bin, ausdrücke und für andere wahrnehmbar mache, entsteht aus meiner Sicht Veränderung. Denn ich selbst bin dauernde Veränderung, ständiger Wandel.

Doch um mich selbst, meine Interessen, Lernwünsche und Wahrnehmungen ausdrücken zu können, brauche ich Freiraum. Ich brauche einen Raum, den ich zunächst einmal selbst gestalten kann. Ich brauche einen Raum, der eben nicht von den Interessen, Wünschen, Bedürfnissen und Wahrnehmungen anderer schon durchgestaltet ist, sondern einen freien Ort, der mir Platz zu meiner eigenen Entfaltung lässt. Denn wenn ich mich selbst entlang meiner Leidenschaften entfalten und entwickeln kann, fühle ich mich frei, lebendig und glücklich. Dafür braucht es UniversIdee: für die Freiheit, die Lebendigkeit und das Glück der eigenen Entfaltung, für die Freude am eigenen Schöpfertum,  für den Raum selbstbestimmten Lernens.

Ich brauche UniversIdee auch  für die Freiheit der inspirierenden Begegnung. Ich möchte als UniversIdent teilhaben am geäußerten inneren Reichtum anderer. Ich möchte den Leidenschaften anderer begegnen und ihrem Wissensdrang, ihrem freien Lerneifer und ihren Arbeitsergebnissen. Einen solchen Ort des freien Austausches suche ich und möchte ich zusammen mit anderen schaffen: UniversIdee !

von Tomas

1b1) Zum Universitätsbegriff, oder: Der „Christ“ – Baum ?

Universität als Ort freien Geistes

.
f
rei wovonundfrei wozu ?
.

Universität als Ort freien GeistesLebens
Universität als Ort freien UngeistesLebens

Universität als Ort freien Geistestodes
Universität als Ort unfreien Ungeistestodes

Universität als Unort unfreien UngeistesLebens
Universität als Unort unfreien GeistesLebens

Universität als Unort unfreien Geistestodes
Universität als Unort unfreien Ungeistestodes

Leben
?
_ | _

.

(von Tomas,
zu seiner Studienfrage 1b
„Was ist (eine) Universität ?“)

1a) Was ist Bildung ?

(Text v. T. Langhorst)

I. In „Räumen für freies, selbstbestimmtes Lernen“ stellt sich mir die Frage:

Was ist Bildung ?“

Mit meiner Studienfrage 1

„Wie erschaffe und gestalte ich Räume für freies, selbstbestimmtes Lernen ?“

sehe ich weitere Fragen verbunden.

Meine Studienfrage 1 nach den Räumen für freies, selbstbestimmtes Lernen wirft für mich zunächst die Frage nach dem Bildungsbegriff auf:
Einmal vorausgesetzt und hier weder weiter beschrieben noch begründet, „freies, selbstbestimmtes“ Lernen sei sinnvoll, stellt sich mir die Frage, was denn wohl „frei und selbstbestimmt“ gelernt werden soll ?
Die logische Antwort: NICHTS !

Denn wer frei und selbstbestimmt lernt, der „soll“ ja nunmal nichts lernen, sondern eben selbst bestimmen, was er lernen WILL.

Soll/kann sich dann im selbstbestimmt Lernenden etwas „bilden“, (auch) durch sein selbstbestimmtes Lernen und wenn ja: was ?

Welche Inhalte sollen denn nun „frei und selbstbestimmt“ gelernt werden ?
Eben die, die der Lernende sich frei wählt, werden gelernt, ohne ein „Sollen“ von Außen.

Aus einer so verstandenen „Lernfreiheit“ ergibt sich für mich sofort eine weitere Frage:
Kann diese Form der „Lernfreiheit“ total sein ? Kann Lernfreiheit grenzenlos sein ?

Lernfreiheit und Menschenbild

Während der Annäherung an mögliche Antworten auf diese Frage, stellt sich mir schon die nächste:
Welches Menschenbild liegt einer Lernfreiheit zugrunde, deren Optimum als ein Maximum an Freiheit angesehen wird ? Wenn ich also sage: Am besten finde ich es, wenn die Freiheit und Selbstbestimmung im Lernen möglichst groß sind ! Mit welcher Brille schaue ich dann auf den Menschen ?
Wenn ich dem Menschen möglichst viel Freiheit geben möchte, was für ein Bild vom Menschen habe ich dann ?

Zunächsteinmal behaupte ich damit, dass es sinnvoll ist, einem Menschen möglichst viel (Lern-)Freiheit zu geben.
Doch warum behaupte ich das ?
Warum könnte es sinnvoll sein, einem Menschen möglichst viel (Lern-)Freiheit zu geben ?

Einem Menschen möglichst viel Freiheit zu geben, kann ich nur dann als sinnvoll ansehen, wenn ich Freiheit als eine Qualität ansehe. Doch was, bitteschön, soll an Freiheit wertvoll sein ?

Ist der Mensch etwa ein Wesen, das Freiheit braucht, und falls ja: warum eigentlich ?

Weshalb kann Freiheit als eine Qualität angesehen werden, also auch die oben benannte Lernfreiheit ?
Eine Qualität begünstigt ja immer etwas. Eine Qualität macht etwas möglich, was ohne sie schlechter oder seltener möglich wäre. Eine Qualität beschreibt also einen Wert.

Welchen Wert beschreibt die Forderung nach möglichst großer Freiheit ? Welcher Wert wird in möglichst großer Freiheit gesehen, welche Qualität ?

Gibt es da etwas im Menschen:
eine Richtung vielleicht, eine ´Bestimmung´, eine Vorgabe ?

Freiheit kann ja als Freiheit von etwas gesehen werden, und als Freiheit zu etwas.
Lernfreiheit wäre dann die Freiheit von äußeren Vorgaben und die Freiheit zum Entdecken und Befolgen innerer „Vorgaben“. Diese Art der Freiheit von und zu setzt zweierlei voraus: dass es erstens eine Freiheit von äußeren Vorgaben überhaupt geben kann, und dass zweitens so etwas wie „innere Vorgaben“ überhaupt existieren.

Freies Lernen beinhaltet deswegen die Art der Freiheit des von und zu, weil Lernen ja ein Prozess ist, also eine Bewegung, die irgendwo hinführt. Also „muss“ auch die Freiheit, die mit dem Lernen verbunden ist, irgendwo hinführen. Das ist für mich deshalb von Bedeutung, weil es ja auch Arten der Freiheit geben mag, die nicht notwendigerweise zu etwas führen, sondern auch Selbstzweck sein können. Freiheit des Lernens aber führt zu etwas, weil Lernen als Prozess zu etwas führt.

Ob es nun Freiheit von äußeren Vorgaben überhaupt geben kann, will ich später beleuchten.

Mich interessiert jetzt die Frage, ob so etwas wie „innere Vorgaben“ überhaupt existiert. Oder halt: Mich interessiert zunächst nicht eimal, ob so etwas wie „innere Vorgaben“ existiert, sondern davor interessiert mich noch, welches Menschenbild der Vorstellung zugrundeliegt, es könne vielleicht und eventuell überhaupt so etwas wie „innere Vorgaben“ geben.

Ein „Menschenbild“ ist zugleich immer auch ein „Schöpfungsbild“, also ein Bild, eine Vorstellung, die ich mir von der Schöpfung mache und vom Menschen als einem Teil der Schöpfung.

Wenn ich nun also mal annehme, es könne so etwas wie „innere Vorgaben“ geben, und diese seien weiters probehalber mal angenommen vollständig unabhängig von Außen vorhanden: Ja, woher kommen dann diese „inneren Vorgaben“ ? Wie entstehen sie ? Wenn sie nicht ´von Außen´ hergestellt werden, dann ja wohl von ´Innen´. Aber wie ? Wer oder was stellt hier so genannte „innere Vorgaben“ her ?

Das könnte einmal in einem etwas augenzwinkernd genannten ´kryptischen Akt´ der betreffende Mensch selbst sein. Er könnte   ja selbst derjenige sein, der sich seine „inneren Vorgaben“ selbst erschafft, sie selbst ´herstellt´. Das könnte man als die eine Möglichkeit sehen. Als die zweite Möglichkeit könnte man sehen, dass er diese „inneren Vorgaben“ entweder schon zur Geburt mitbringt, oder dass sie eben in ihm wachsen und gedeihen, sich entwickeln allerdings ohne sein Zutun.

Sowohl die erste als auch die zweite Möglichkeit gehen aber davon aus, dass der Mensch eine ´Bestimmung´ hat, die in ihm selbst liegt. Das ist beiden Möglichkeiten gemein. Denn ob ich selbst meine inneren Vorgaben entwickle oder ob die sich in mir von selbst entwickeln: immer bin allein ich es, der entwickelt, oder in dem sich entwickelt.

Dabei setze ich ´Vorgaben´ mit ´Bestimmung´ gleich, denn immer dient eine `Vorgabe´ einer ´Bestimmung´, sonst ist sie keine oder sie ist sinn-, gehalt-, und kraftlos. Einer ´Vorgabe´ liegt eine ´Bestimmung´ zugrunde, also mindestens eine Richtung und manchmal ein Ziel. Eine Vorgabe behinhaltet also eine bestimmte Gerichtetheit, sonst ist sie keine. Da eine Gerichtetheit aber eine Richtung beinhaltet, beinhaltet eine Richtung auch eine Bestimmung. Denn eine Richtung ist immer eine Entscheidung für eine Richtung und damit gegen andere mögliche Richtungen. Ich ´bestimme´ mit (m)einer Entscheidung für eine Richtung ebendiese Richtung.

Wenn Bestimmung Richtung ist, Richtung Gerichtetheit und  Gerichtetheit eine Vorgabe, dann ist eine Vorgabe zugleich  Bestimmung.

Wenn ich weiters annehme es existierten innere Vorgaben, ob nun selbst ´hergestellt´ oder mit der Geburt auf die Welt gebracht, dann nehme ich also an, es existierte eine ´innere Bestimmung´, Richtung und Gerichtetheit.

Das ist ja dann mal ein ziemlich bedeutungsvolles und folgenreiches Menschen- und damit Schöpfungsbild.

Denn es geht vom Vorhandensein einer ´inneren Bestimmung´ aus.
Nur wenn ich von der Möglichkeit einer ´inneren Bestimmung´ ausgehe, kann ich von der Möglichkeit ´innerer Vorgaben´ ausgehen. Nur wenn ich von der Möglichkeit innerer Vorgaben ausgehe, kann ein von äußeren Vorgaben verschonter Lernprozess irgendwo hinführen !

Hier scheint mir klarzuwerden, dass nur ein Menschenbild, das vom Vorhandensein ´innerer Vorgaben´und damit einer ´inneren Bestimmung´ ausgeht, Sinn in einem von äußeren Vorgaben möglichst befreiten Lernen sehen kann.
Denn Lernen führt qua definitionem ja irgendwohin. Fiele nun die äußere Vorgabe weg, ohne dass es eine innere gäbe, so führte Lernen nirgendwo hin, und wäre somit kein Prozess, sondern allenfalls ein Zustand, und damit jedenfalls kein Lernen.

Da Lernen also Bewegung beinhaltet, Veränderung, beinhaltet Lernen auch eine Richtung, denn Bewegung ohne Richtung ist keine Bewegung, wie oft auch immer sich die Richtung während der Bewegung ändern mag.

Wer in der Lern-Bewegung seinen ´inneren Vorgaben´ folgt, folgt, in dieser Anschauung, seiner inneren Richtung und Bestimmung.

Freiheit als Qualität:
ist Freiheit „gut“ ?

Jetzt war ja oben die Rede davon, dass Freiheit als Qualität angesehen werden kann: die Freiheit von äußeren Vorgaben führe zur Freiheit, den inneren Vorgaben folgen zu können. Weiter schrieb ich oben von der Möglichkeit, diese Freiheit als Qualität anzusehen, mithin als „gut“. Wenn ich aber annehme, es sei „gut“, qualität- und sinnvoll den inneren Vorgaben zu folgen, so bedeutet das für mich auch, dass die inneren Vorgaben ´gut´ sind. Denn sonst könnte es ja nicht „gut“ sein, ihnen zu folgen. Welches Schöpfungs- und Menschenbild steckt aber hinter der Auffassung die dem Menschen eigenen inneren Vorgaben seien „gute“ ?

Letztlich steckt darin die Ansicht, der Mensch sei „gut“, wenn man ihn nur lässt. Er sei an Qualität orientiert, wenn man ihn nur seinen inneren Vorgaben folgen lässt und seine innere Bestimmung sei per se eine „gute“. Denn nur dann kann die Orientierung an den eigenen inneren Vorgaben gut sein, wenn diese inneren Vorgaben selbst „gut“ sind. Nur wenn „Gutes“ aus dem  Inneren auftaucht, wenn das beeinflussende Äußere wegfällt, nur dann kann die Freiheit von äußeren Vorgaben, die zu den inneren Vorgaben führt „gut“ sein.

Wie weit kann Lernfreiheit gehen ?

Oben begegnete mir auch die Frage, ob es denn eine totale Freiheit von äußeren Vorgaben im menschlichen Miteinander überhaupt geben kann. Die Hypothese liegt sicher nah und ist sicher leicht nachzuvollziehen, dass es eine solche vollkommene Freiheit von äußeren Vorgaben auf einem Planeten mit begrenztem Raum und begrenzten Ressourcen wohl kaum geben kann.

Zudem gibt es Einflüsse von außen nicht nur in Form von „Vorgaben“, sondern ja auch in Form von Verhalten anderer Menschen zum Lernenden.

Bildungsbegriff und Menschenbild

Die Frage, was Bildung sei, beinhaltet deswegen die Frage nach dem Menschenbild des nach Bildung Fragenden, weil im Begriff Bildung das Wort Bild steckt. Bildung wird auch verwendet sowohl im Sinne von „sich einem Bild annähern“ als auch von „sich ein Bild machen“. So kann Bildung als die Fähigkeit verstanden werden sich „ein Bild zu machen“ von einem Vorgang, von einer Tatsache, von Zusammenhängen. Zweitens kann Bildung verstanden werden, als ein Vorgang in dem jemand versucht sich einem Bild anzunähern, das er von sich oder etwas hat.

So kann der Bildungsbegriff sowohl einen Prozess beschreiben, in dem sich der sich Bildende einem Bild annähert, davon wie oder was er sein oder werden möchte, als auch einen Prozess, in dem sich der Gebildete sich selbst ein Bild des von ihm Wahrgenommenem macht. Aber wieso beinhaltet Bildung dann immer auch ein Menschen-Bild ?

Weil der Mensch es ist, der einem Bilde gleichzuwerden sucht und weil im zweiten Verständnis des Bildungsbegriffes es ebenfalls der Mensch ist, der sich ein Bild macht, von etwas. In beiden Verständnismöglichkeiten des Bildungsbegriffes ist es der Mensch, der blickt: entweder auf sein Idealbild oder auf seine Wahrnehmung.

Wenn aber der Mensch ein Bild als sein Idealbild akzeptiert und wenn der Mensch seine Wahrnehmung als solche akzeptiert, dann wird der Mensch als ein Lebewesen gesehen, das Ideale erkennen, benennen und auswählen kann. Und es wird zweitens der Mensch als ein Lebewesen gesehen, das seine Wahrnehmungen als seine Wahrnehmungen erkennen kann.

Wenn der Mensch nun als ein mit der Fähigkeit zur Idealisierung begabtes Wesen angesehen wird und außerdem als ein Wesen, das sich seiner Wahrnehmungen als solcher bewusst werden kann, dann wird der Mensch als ein Lebewesen mit (mindestens) diesen zwei Fähigkeiten angesehen. Und wenn der Mensch als Lebewesen mit Fähigkeiten angesehen wird, so basiert diese Zuschreibung auf einem Menschenbild, das dem Menschen Fähigkeiten zubilligt, oder das ihm zumindest die Fähigkeit zur Entwicklung dieser Fähigkeiten zubilligt.

Hier setzt ein weiterer Aspekt des Bildungsbegriffes an: Was bringt der Mensch schon mit, und was muss entwickelt werden ? Ja, bringt er vielmehr vielleicht schon alles mit, auch das, was von ihm allein noch weiter entwickelt werden kann ?

Freiheit im begrenzten Raum

Braucht der Mensch Vorgaben und Verhalten von anderen Menschen um zu „reifen“, um zu entwickeln, was in ihm steckt ?

Ich meine: ja.
Denn es gibt im Zwischenmenschlichen Vorgaben und Verhalten.
Also gehört zur „Bildung“ für mich auch, den Umgang mit Vorgaben anderer und dem Verhalten anderer zu lernen.

Wie aber steht es dann mit der Lernfreiheit des möglichst selbstbestimmt Lernenden ?

Selbstbestimmtes Lernen heißt für mich nicht: völlige Selbstbestimmung. Denn die kann es im menschlichen Zusammenleben nicht geben, alleine schon deshalb, weil wir alle unsere Grenzen haben, und einander damit notwendigerweise auch konfrontieren.

Es kann meines Erachtens aber durchaus ein Mehr und ein Weniger an Selbstbestimmung im Lernprozess geben.
Und es gibt meiner Beobachtung nach Menschen, die an einem zu Wenig an Selbstbestimmung im Lernprozsess „leiden“ und sich mehr Selbstbestimmung in ihrem Lernprozess wünschen.

Wenn es also weder eine völlige Freiheit von äußeren Vorgaben geben kann für den Lernenden, noch eine völlige Freiheit vom Verhalten der anderen für den Lernenden, dann ist ja immer noch die Frage möglich, wie denn die Vorgaben gestaltet werden, wenn sie schon unumgänglich sind, und wie denn das Verhalten gestaltet wird, mit dem der Lerndende von anderen konfrontiert wird, wenn ja auch die völlige Freiheit vom Verhalten anderer nicht möglich ist.

Ist Bildung auch:
der bewusste Umgang mit Vorgaben und Verhaltensweisen, die selbstbestimmtem Lernen dienlich sein können ?

Gibt es äußere Vorgaben, die dem dienlich sind, der gerne selbstbestimmter lernen möchte ?
Gibt es ein Verhalten, das dem dienlich ist, der gerne selbstbestimmter lernen möchte ?

Gibt es ein Verhalten des Lernenden, das seinem selbstbestimmten Lernen dienlich sein kann ?
Gibt es ein Verhalten des dem Lernenden Begegnenden oder ihn Begleitenden, das dem selbstbestimmten Lernen dienlich sein kann ?

Falls es solche dem selbstbestimmten Lernen dienliche Vorgaben gibt und falls es dem selbstbestimmten Lernen dienliches Verhalten gibt: Gehörte es dann vielleicht auch zur Bildung, um diese Form von Vorgaben zu wissen, und um diese Verhaltensformen, die selbstbestimmtem Lernen dienen können ?

Fortsetzung folgt.