Fleiß, Demut, Dienen und Selbstverwirklichung (22.6.2014)

Denkanstöße aus einem Kloster

>> „Müßiggang ist ein Feind der Seele“.

Deshalb müssen sich die Brüder zu bestimmten Zeiten der Handarbeit
und zu bestimmten Zeiten wiederum der Lesung göttlicher Dinge widmen.
(…)
Dass Benedikts Sätze (gemeint ist d. Hl. Benedikt, 6. Jhd. nach Chr., Ordensgründer; Anm. v. T. Langh.) die Einstellung zur Arbeit in Europa änderten
und durch das Beispiel der Mönche in Landwirtschaft und Handwerk
zur wirtschaftlichen Entwicklung des Abendlandes beitrugen,
sei nur am Rande vermerkt.
(…)
Nur der kann in einen Orden eintreten, das wird aus den Worten des Benediktiner-Priors, aus dem Leben der Mönche immer deutlicher, der es nicht für wichtig hält, „sich selbst zu verwirklichen“.
,
Der Mönch muss sich zuerst selbst aufgeben, wenn er die von Benedikt aufgezählten zwölf Stufen der Demut eine nach der anderen emporsteigen will, „wenn er den eigenen Willen nicht liebt, sondern sich in vollkommenem Gehorsam dem Oberen unterwirft“, „wenn er schweigend die Geduld bewahrt, selbst bei harten und widerwärtigen Vorkommnissen“, wenn er „zufrieden ist mit allem Niedrigen und Geringen“, „wenn er die Demut (…) im Herzen (…) kundtut“.
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Ich betrachte die ruhigen gesammelten Gesichter der Mönche, während der Messe, bei Tisch, und der Arbeit, vergleiche sie mit denen der Politiker und Wirtschaftler, der Schauspieler und Schriftsteller, der Beamten und Arbeiter, der Familienväter und Junggesellen, die mir sonst begegnen.
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Diese hier sind anders, durch ein ´alternatives´ Leben geprägt, vielleicht schon eine Spur dessen zeigend, was die Menschen als ´Utopia` ersehnen.,
.
Ich verabschiede mich. In der Eingangshalle plaudert Pater Luigi.(…) Sein Gesicht zeigt heitere Weisheit. Draußen im Regen gehen vier Patres auf und ab. Sie lächeln dem Scheidenden zu. Er verlässt einen Ort des Freidens.<<

(zit. von T. Langhorst
aus „Toskana“, v. H. J. Fischer im Prestel-Verlag, 1987, S. 506, 509, 510)

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